Den richtigen Fonds auswählen: Die 6 wichtigsten Grundsätze

Für welchen Fonds soll ich mich entscheiden? Welche Fonds sind gut, welche lasse ich lieber links liegen. Fragen wie diese beschäftigen viele Anlegerinnen und Anleger. Insbesondere Anleger*innen, die gerade erst beginnen, in Fonds zu investieren, oder nur wenig Erfahrung haben, verspüren oft eine große Scheu. Was, wenn Sie mit Ihrer Entscheidung völlig falsch liegen.

Die Mischung macht´s

Hierzu möchte ich Ihnen zunächst etwas sehr Wichtiges sagen: Den einen Fonds, in den Sie unbedingt investieren müssen, gibt es nicht. Ihr Vermögensbildung hängt viel weniger von dem ultimativen Fonds ab, als Sie vielleicht meinen. Warum sage ich Ihnen das? Ganz einfach: Viele Anlegerinnen und Anleger fragen mich immer wieder nach meinem Geheimtipp. Welcher Fonds ist der beste, welchen darf man sich nicht entgehen lassen?

Ich berate Sie gerne, aber diesen Tipp möchte ich Ihnen nicht geben. Denn er führt Sie in die falsche Richtung. Den einen perfekten Fonds gibt es nicht. Aber es gibt viele gute, in die es sich zu investieren lohnt. Viel wichtiger ist die richtige Mischung. Die sogenannte Asset-Allocation entscheidet darüber, ob Sie erfolgreich investieren und nicht der eine gute Treffer.

Also: Entscheiden Sie sich erst für Ihre persönliche Mischung nach Risikoklassen. Finden Sie Ihre ganz individuelle Anlagenstrategie. Und wenn Sie diese gefunden haben, halten Sie sich bei der Auswahl der Fonds an die folgenden Grundsätze.

1.) Auf mehr als die Rendite achten

Machen Sie Ihre Auswahl Ihres Fonds nicht alleine von den Renditeerwartungen abhängig. Es gibt einige weitere Kriterien, die Ihre Entscheidung beeinflussen sollen. Neben konkreten Kriterien, auf die noch zu sprechen komme, sollten Sie auch auf gute Ansprechpartner achten. Erreichen Sie die Sachbearbeiteter der Fondsgesellschaft persönlich? Können Sie Ihre Frage loswerden und erhalten Sie gute Antworten. Sie sind Kunde und sollten sich gut beraten fühlen bei der Fondsgesellschaft Ihrer Wahl.

2.) Investieren Sie in Fonds großer Gesellschaften

Legen Sie zudem einen Großteil Ihres Kapitals in die Fonds großer Gesellschaften an. Das bringt Ihnen viele Vorteile. Erstens arbeiten in großen Gesellschaften oft mehrere Analyst*innen zusammen. Das erhöht in der Regel die Kompetenz bei der Verwaltung des Fonds. Bei kleinen Fonds entscheidet oft eine Person alleine. Zweitens stehen Ihnen bei großen Gesellschaften mehrere Produkte zur Verfügung, zwischen denen Sie sich entscheiden können. Und drittens ist der Wechsel zwischen diesen Produkten billiger.

3.) Die Größe eines Fonds zählt

Ein weiteres wichtiges Kriterium neben der Rendite, der Größe der Gesellschaft und dem Service einer Gesellschaft ist die Größe des Fonds. Ein Fonds sollte mindestens 50 Millionen Euro verwalten. Andernfalls werden die Kosten für den Fonds Ihre Renditen dahinschmelzen lassen. Deswegen gilt aber nicht: Je größer desto besser. Wenn Sie zum Beispiel in einen Fonds der höchsten Risikoklasse investieren wollten, sollte er nicht zu groß sein. Denn die Gesellschaften dieser Fonds legen oft in kleinen Branchen und Regionen an – hier gibt es nicht unendlich viele Titel zu ergattern, die Märkte sind schnell ausgeschöpft.

4.) Nicht einfach die Gewinner wählen

Ebenso entscheidend ist die Entwicklung eines Fonds. Viele Anlegerinnen und Anleger entscheiden sich impulsiv für Fonds, die gerade oder im vergangenen Jahr besonders gut liefen. Das ist zu kurz gedacht. Bei den großen Fonds zählt eher die gesamte Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

Wenn Sie in kleinere Märkte investieren wollen, ist Ihre Strategie noch entscheidender. Hier einfach auf die Fonds mit der kurzfristig besten Entwicklung zu investieren, hat sich oftmals als schwerer Fehler bewahrheitet. Denn in vielen Fällen sind die Kurse nach einer Hochphase im Folgejahr stark eingebrochen.

5.) Investieren Sie nur in Fonds, die Sie mögen

Abgesehen von diesen marktbezogenen Kriterien sollte es bei der Auswahl des richtigen Fonds unbedingt auch um Sie gehen. Denn jeder Mensch hat eine individuelle Investmentpersönlichkeit und Risikobefindlichkeit. Es macht keinen Sinn, in einen Fonds zu investieren, der Ihnen nicht behagt. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein.

Vielleicht erscheint Ihnen die Risikoklasse doch zu hoch. Vielleicht möchten Sie nicht in eine bestimmte Region investieren. Vielleicht trauen Sie dem Erfolg einer bestimmten Branche einfach nicht über den Weg. Dann lassen Sie es lieber sein. Wenn Sie in einen Fonds investieren, der Ihnen unsympathisch ist, werden Sie bei fallenden Kursen sofort verkaufen wollen. Das wäre die schlechteste aller Entscheidungen.

7.) Entdecken Sie Ihre Lieblingsfonds

Es ist gut, sich in diesen Dingen beraten zu lassen. Aber ich möchte Ihnen ebenso empfehlen, eine eigene Meinung zu entwickeln. Beschäftigen Sie sich mit den Fonds, in die Sie anlegen. Halten Sie sich über die Bewegung der Märkte auf dem Laufenden. Finden Sie mehr über die Entwicklung von Branchen und Unternehmen heraus. Es macht wirklich Spaß, mehr über die Unternehmen herauszufinden, in die Sie investieren. Mit der Zeit werden Sie auf diese Weise zu Ihren Lieblingsfonds finden und das Anlegen zu Ihrer ganz eigenen Sache machen.

Diese Grundsätze sollten Ihnen helfen, sich im Dschungel der Fondsgesellschaften besser zurecht zu finden. Aber vergessen Sie nicht: Alles entscheidend ist eine gute Strategie. Wenn Sie dann noch eine gewisse Leidenschaft für das Thema Investieren entwickeln können, befinden Sie sich auf dem besten Weg.
Für weitere Rückfragen steht Ihnen mein Team gerne unter Phone +49 (0) 2202-96696-0 zur Verfügung.

Herzlichst
Bernd Reintgen

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Über Bernd Reintgen

Er ist der Kopf des Privat-Institut für Finanzen Rl GmbH. Seine Leidenschaft gilt seit 35 Jahren dem Thema „Investments“. Er ist ein gefragter Referent und Finanzcoach und Co-Autor des Nr.1 Bestsellers „Wohlstand ohne Stress“. Seine wichtigste Botschaft: Geld, gewinnbringend, ausgewogen und stressfrei Geld anzulegen und für sich arbeiten zu lassen, ist “kinderleicht”, wenn man die wichtigste Regeln kennt.