Geld sparen: So klappt es!

Geld zu sparen, fällt heute vielen schwer. Die meisten Menschen sagen, sie können nichts ansparen und würden auch lieber im Hier und Jetzt leben. Leider nützt solches Reden wenig: Wer heute und in Zukunft gut leben will, braucht ein gewisses Maß an Wohlstand. Dafür ist es zum einen wichtig, gut zu verdienen. Zum anderen ist es essentiell, einen Teil seines Geldes anzusparen und gewinnbringend anzulegen. Wie es mit Sparen klappen kann?

Es ist einfacher, als Sie denken: Entscheidend ist, dass Sie mit Ihrem Mindset beginnen und dann die richtigen Schritte in die Wege leiten.

1. Negative Glaubenssätze zum Sparen identifizieren

Wie Sie über das Sparen denken, wird bestimmt durch Ihre Glaubenssätze. Diese fest verankerten Meinungen begleiten Sie möglicherweise seit Ihrer Kindheit. Oft hat die Erziehung unserer Eltern oder Großeltern bestimmte Glaubenssätze in uns geprägt. Glaubenssätze sind weder falsch noch richtig. Die zentrale Frage ist:

Fördern Ihre Glaubenssätze Ihre Wünsche und Ziele?

Denken Sie, dass Sparen nichts bringt? Oder das Sparen Ihnen die Freude am Leben nimmt und Sie lieber das Leben genießen sollten? Dann wird es schwer mit dem Vermögensaufbau. Bevor Sie ernsthaft mit dem Sparen beginnen, sollten Sie den Sinn des Sparens erkennen. Sie sollten sparen wollen und nicht müssen. Die beste Übung: Sammeln Sie alle negativen Glaubenssätze, die Ihnen zum Sparen einfallen. Notieren Sie die negativen Glaubenssätze in die linke Spalte einer Tabelle und ersetzen Sie diese rechts durch positive Glaubenssätze.

Je positiver Sie über das Sparen denken, desto leichter wird es Ihnen fallen.

2. Ziele setzen

Wissen Sie, warum Sie sparen möchten? Ihre Gründe sind die beste Motivation. Welches Leben möchten Sie führen? Wo wollen Sie hin? Wofür wollen Sie mehr Geld haben. Und wie viel Geld brauchen Sie für Ihre Träume und Wünsche?

Werden Sie so konkret wie möglich:

Bestimmten Sie genaue Ziele und legen Sie unbedingt eine exakte Summe fest, die Sie dafür benötigen. Ohne konkrete Ziele lösen sich Ihre Träume in Schall und Rauch auf.

3. Prinzip Verschriftlichung

Deswegen sollten Sie Ihre Ziele, aber auch die konkrete Planung schriftlich festhalten. Wie Studien immer wieder zeigen: Ziele zu verschriftlichen, steigert die Erfolgschancen. Mit schriftlich formulierten Zielen steigt die Verbindlichkeit. Sie haben zudem ein Blatt Papier, das Sie immer wieder an Ihre Ziele und damit auch an Ihre Wünsche und Träume erinnert.

4. Überblick verschaffen

Sie glauben an das Prinzip „Sparen“ und wissen, was Sie wollen? Dann ist es an der Zeit sich einen ganz genauen Überblick zu verschaffen. Viele Menschen meinen nicht sparen zu können, weil ihnen das Geld fehlt. Doch liegt es wirklich am Geld? Oder fehlt der Überblick? Viele Menschen wissen nicht, wie viel Geld sie verbrauchen und wofür sie es ausgeben.

Wo fließt Ihr Geld hin? Wissen Sie das? Haben Sie in diesem Jahr schon Ihre Einnahmen- und Ausgabenübersicht aktualisiert? Sollte Ihnen der Überblick fehlen, rate ich Ihnen dringend: Halten Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben tabellarisch fest. Führen Sie am besten auch Buch über Ihre unregelmäßigen Ausgaben. Sie werden viel über sich lernen.

5. Überflüssige Ausgaben reduzieren

Wenn Sie wissen, wofür Sie Ihr Geld ausgeben, können Sie Ausgaben reduzieren. Vermutlich müssen Sie über einige Punkte gar nicht lange nachdenken. … Der genau Blick auf die Ausgaben enthüllt einiges: Verträge, die gar nicht mehr genutzt werden. Versicherungen, die heute günstiger abgeschlossen werden können. Unnötige Ausgaben. In diesen Bereichen machen Sie schnell „tabula rasa“. Über andere Punkte denken Sie vielleicht länger nach: Gibt es Ausgaben, die mit schlechten Gewohnheiten verbunden sind? Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt sie abzulegen? Wie ist Ihre Haltung zum Konsum? Sind wirklich alle Käufe notwendig und wichtig für Sie? Oder symbolisieren Sie eine Art Ersatzbefriedigung?

6. Entrümpeln und verkaufen

Eine weitere Möglichkeit mehr Geld zu behalten, ist Dinge zu verkaufen. Nutzen Sie den Prozess des Sparens, um einmal gründlich zu entrümpeln. Möbelstücke, Kleidung, Fahrräder, Kinderspielzeug – welche Konsumgüter in Ihrem Haushalt sind noch in einem passablen Zustand und werden von Ihnen aber gar nicht mehr genutzt. Verkaufen Sie diese Dinge und legen Sie diese Einnahmen direkt in den entsprechenden Spartopf.

7. Einen festen Betrag sparen

Wie schon erwähnt: Viele Menschen sagen, Sie können nicht sparen, weil Sie zu wenig Geld übrighaben. Auf einige trifft das sicherlich zu. Sie müssten mehr verdienen. Aber bei den meisten Menschen ist der wahre Grund ein anderer. Sie hoffen, dass am Ende des Monats irgendwie eine Summe übrig bleibt. Dieses Prinzip misslingt fast immer.

Besser ist:

Sie überlegen sich genau, wie viel Geld Sie jeden Monat sparen wollen. Seien Sie auch hier verbindlich. Notieren Sie einen festen Betrag, den Sie einhalten können. Lieber Sie starten klein – zum Beispiel mit 10 Prozent Ihres Nettoeinkommens – und bleiben dran.

Nur wenn Sie regelmäßig einen festen Betrag sparen, ändern Sie wirklich etwas.

8. Budgets definieren

Empfehlenswert ist auch, von vornherein in separaten Spartöpfen zu denken. Sehr wahrscheinlich haben Sie mehrere Sparziele. Vermögen aufbauen und eines Tages in finanzieller Freiheit leben. Gleichzeitig möchten Sie sich in den nächsten Jahren den ein oder anderen schönen Urlaub gönnen. Auch der Genuss des Alltages soll nicht auf der Strecke bleiben. Identifizieren Sie Ihre Spartöpfe und entscheiden Sie, wie viel Geld jeden Monat in diese Spartöpfe fließen soll. Und so nervig es ist: Vergessen Sie nicht die notwendigen und regelmäßigen Ausgaben.

Es macht wirklich Sinn diverse Puffer aufzubauen.

9. Kontensystem einrichten

Am besten gelingt Ihnen das mit einem sehr einfachen Kontensystem. Hier beantwortet nicht das Prinzip Zufall die Frage, ob am Ende des Monats noch Geld zum Sparen übrig ist. Vielmehr regeln Sie selbstbestimmt über Daueraufträge, wie viel Geld am Anfang des Monats in welchen Spartopf fließen soll. Wie: Richten Sie sich dafür unbedingt weitere Konten oder Unterkonten ein, die einem festen Zweck dienen – dem Vermögensaufbau zum Beispiel oder den nächsten Urlauben oder notwendigen Ausgaben und Anschaffungen.

Wenn Sie diese neun Punkte umsetzen, wird sich Ihre Haltung zum Sparen sehr verändern. Sie werden gerne sparen. Sie wissen, was Sie wollen. Sie werden Ihr Geld nicht mehr für die falschen Dinge ausgeben und sparen sich mit der Zeit eine schöne Summe Geld an.

Noch besser gehen Sie mit Ihrem Geld um, wenn Sie Ihre Ausgaben bewusst hinterfragen.

10. Was brauchen Sie wirklich?

Besonders im Vorfeld ungeplanter Käufe lohnt es sich zu fragen: Was kostet mich der Kauf in der Zukunft? Menschen, die gut mit Geld umgehen, sehen nicht den heutigen Preis einer Anschaffung. Sie fragen sich, was die Anschaffung in Zukunft kosten wird.

Überlegen Sie sich also:

Wie viel wäre die Anschaffung bei einer Rendite von zum Beispiel 6 Prozent in zehn Jahren wert. Der Preis der heutigen Anschaffung mag Ihnen unbedeutend erscheinen. Der Wert dieser Anschaffung in zehn Jahren könnte Ihnen schmerzlich fehlen.

Ebenfalls hilfreich ist die Frage: Was kostet mich der Kauf gemessen an meinem Einkommen? Nehmen wir ein richtig teures Auto, dass Sie unbedingt haben möchten. Wie viel Leistung müssten Sie erbringen oder wie viele Stunden arbeiten, bis Sie dieses Auto abgezahlt hätten? Sich diese Frage zu stellen, kann den Wert einer Anschaffung enorm reduzieren. Reduziert er sich nicht, ist der Kauf vermutlich wichtig für Sie. Auch das zu erkennen, gehört dazu. Denn es geht nicht darum, sich die Freude am Leben zu nehmen.

Sparen bedeutet: Sie wollen Vermögen aufbauen und für den langfristigen Wohlstand auf den schnelllebigen Konsum verzichten.

Über Bernd Reintgen

Er ist der Kopf des Privat-Institut für Finanzen Rl GmbH. Seine Leidenschaft gilt seit 35 Jahren dem Thema „Investments“. Er ist ein gefragter Referent und Finanzcoach und Co-Autor des Bestsellers „Wohlstand ohne Stress“. Seine wichtigste Botschaft: Geld, gewinnbringend, ausgewogen und stressfrei Geld anzulegen und für sich arbeiten zu lassen, ist “kinderleicht”, wenn man die wichtigste Regeln kennt.