Sprechen Sie mit Kindern über Geld

Finanzwissen wird sträflich vernachlässigt.

Wir lernen es nicht in der Schule. Wir lernen es nicht in der Ausbildung. Auch in vielen Familien fehlen konstruktive Gespräche über das Geld. Zwar reden viele Eltern darüber, an welchen Stellen das Geld fehlt. Aber nur selten vermitteln sie ihren Kindern wichtiges Finanzwissen. Das sollten wir ändern!

Tabuthema Geld – warum eigentlich?

Über Geld spricht man nicht. Diese Redewendung kennt jeder. Vielen hat sie sich tief eingebrannt. Geld ist ein Tabuthema. Besonders bei denjenigen, die mit viel Geld aufgewachsen sind. Oder bei denjenigen, die immer zu wenig hatten.

Wie verpönt offene Gespräche über das Geld sind, merken wir in vielen Situationen. Zum Beispiel, wenn wir in internationaler Runde zusammensitzen und der Freund aus Kanada ganz unbefangen fragt: „Wie viel Geld verdienst Du eigentlich?“ Oder wenn ein Bekannter aus den USA offen und stolz über seinen letzten Bonus im fünfstelligen Bereich plaudert.

Wir schweigen betreten, schauen weg. Wir weichen dem Thema aus. Das haben wir gelernt.

Und wenn unsere Kinder nachfragen?

Auch davon können viele ein Lied singen. Ob als Eltern, (Paten)Tante oder (Paten)Onkel, Opa oder Oma – wir fühlen uns ertappt, wenn „unsere“ Kinder nach den Finanzen fragen. Besonders, wenn sie uns in der Öffentlichkeit mit herrlich offenen Fragen konfrontieren:

Papa, sind wir arm oder reich?
Wie viel verdienst Du, Mama?
Warum kaufen wir das nicht?
Können wir uns das leisten?
Warum hat Leons Papa einen Porsche und wir nicht?
Warum lebt Mia in einer Wohnung und wir in einem Haus?

Kinder können sehr direkt sein. Stellen sie fest, dass ihre Eltern weniger als andere verdienen, heißt es mitunter schonungslos: „Ich will später reich sein!“. Das kommt den meisten Erwachsenen schon lange nicht mehr über die Lippen….

Doch nicht nur direkte Fragen fordern uns heraus. Auch mit ganz einfachen Fragen können uns Kinder schwer zum Nachdenken bringen:

Was ist eigentlich Geld?
Warum gibt es Geld?
Warum kostet das Eis einen Euro?
Warum soll ich sparen? Heute etwas zu kaufen, ist doch viel schöner.
Warum kaufst Du mir das Spiel nicht?

Es ist toll, dass Kinder diese Fragen stellen. Es zeigt: Noch gehen sie offen und völlig unbefangen an das Thema Geld heran. Hier können Sie ansetzen. Sie säen den Samen. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie Ihren Kindern einen positiven Umgang mit Geld vermitteln.

Über Geld sprechen

Mit Ihren Kindern über Geld zu reden, ist der erste Schritt. Geld ist für Kinder sehr abstrakt. Sie lernen über die Zusammenhänge. Dass ihre Eltern jeden Tag zur Arbeit gehen und dafür Geld bekommen, verstehen sie. Auch, dass die ganze Familie von diesem Geld lebt.

Machen Sie Ihren Kindern ruhig bewusst, dass die Dinge Geld kosten. Aber achten Sie darauf, wie sie es sagen. Wenn Ihre Kinder immer wieder hören „das können wir uns nicht leisten“, fühlen Sie sich schnell arm. Geld ist für Ihre Kinder dann früh negativ besetzt.

Sagen Sie Ihren Kindern einfach, dass sie etwas nicht kaufen möchten. Sie müssen Ihren Kindern nicht alles begründen. Es ist Ihr Geld. Sie entscheiden, was damit geschehen soll. Genauso entscheiden Ihre Kinder, was sie mit ihrem Taschengeld machen möchten.

Positiv über Geld reden

Erklären Sie Ihnen so früh wie möglich, dass Wohlstand etwas Schönes ist.

Warum sollen wir unseren Kindern die Vorteile von Geld verheimlichen? Sie erleben früh genug, was man mit Geld alles kaufen kann. Im Kindergarten, in der Schule, unter Freunden, über die Medien. Ist es nicht besser, Ihren Kindern vor allen anderen das Wesentliche zu vermitteln. Sagen Sie ihnen, dass wirkliche Freiheit nur mit Geld möglich ist.

Ein gutes Beispiel sein

So wichtig es ist, über Geld zu reden: Wirkung zeigen Ihre Worte nur, wenn sie auch danach handeln. Gehen Sie Ihren Kindern mit gutem Beispiel voran. Leben Sie, was Sie sagen.

Es nützt wenig, wenn Sie Ihre Kinder zum Sparen animieren und selbst über ihre Verhältnisse haushalten. Leben Sie Ihnen vor, dass man aus freien Stücken auf Dinge verzichten kann. Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie wissen noch nicht, dass es sich lohnen kann, heute auf etwas zu verzichten. Sie können nicht ermessen, was es für Ihre Zukunft bedeuten kann.

Geld zum Anfassen

„Mit Geld spielt man nicht“ ist ein Spruch, den Kinder oft hören. Erwachsene meinen damit, dass Kinder Geld nicht anfassen sollen. Münzen könnten verloren gehen, Scheine zerreißen.

Wie sollen Kinder den positiven Umgang mit Geld lernen, wenn sie es nicht einmal berühren dürfen? Ich halte das für großen Unsinn. Zeigen Sie Ihren Kindern alle Münzen, zeigen Sie Ihnen Scheine. Auch die großen. Und wenn Sie Gold im Safe haben, dann lassen Sie Ihre Kinder auch mal einen Goldbarren halten. Damit sie sehen, wie schön Gold ist.

Selber machen lassen

Kinder wollen die Dinge selber machen. Das erleben wir doch immer wieder. Wollen wir ihnen alles abnehmen, verlieren sie die Freude. Deswegen ist es so wichtig, dass Kinder Geld anfassen, an der Kasse zahlen und früh die Brötchen beim Bäcker holen dürfen.

Ebenso wichtig ist natürlich das Taschengeld: Erst mit ihrem eigenen Geld lernen Kinder so richtig, was materielle Dinge wert sind.

Zum Sparen motivieren

Sobald sie eigenes Geld besitzen, können Sie Ihre Kinder zum Sparen motivieren. Manch einer fragt sich vielleicht: Muss das wirklich sein? In dem Alter? Besonders große Gewissensbisse haben Menschen, die in ihrer Kindheit mit wenig auskommen mussten.

Es ist enorm wichtig.

Sie schenken Ihren Kindern mit dieser Art von Erziehung mehr als mit dem teuersten Geschenk. Denn Sie lernen fürs Leben. Und es gibt sehr schöne Methoden.

Ein Beispiel ist die Traumdose: Hatten unsere Kinder einen teuren Wunsch, beklebten wir eine Spardose mit einem Bild ihres Wunsches. In dieser Dose sammelten unsere Kinder einen Teil ihres Taschengeldes sowie Geldgeschenke, bis sie sich ihren Wunsch erfüllen konnten.

Sehr gut funktioniert auch die Verdoppelungsstrategie: Nach jedem Schulhalbjahr fragten wir unsere Kinder, wie viel Geld sie für große Träume zurücklegen möchten. Als Anreiz verdoppelten wir die Geldsumme, wenn sie ihre Ziele erreicht haben. Zu jedem Geldschein legt wir einen weiteren dazu – ein Prinzip, das selbst junge Kinder gut verstehen.

Mein Fazit: Oft ist es einfacher, das Thema Geld auszusparen. Manchmal ist es auch schöner, seine Kinder einfach nur zu verwöhnen. Doch was bringt das unseren Kindern auf lange Sicht? Das eine Spielzeug mehr, das eine unangenehme Gespräch weniger? Ihre Kinder werden ihnen eines Tages dankbar sein, dass Sie heute lieber in ihre Erziehung und Ausbildung investieren als in den neuesten Trend.

Quellen:
Wohlstand mit Strategie
https://www.fr.de/ratgeber/kindern-schon-frueh-ueber-geld-reden-10994353.html
https://www.merkur.de/leben/wie-kinder-umgang-mit-geld-lernen-zr-13825578.html

Für weitere Rückfragen steht Ihnen mein Team gerne unter Phone +49 (0) 2202-96696-0 zur Verfügung.

Herzlichst
Bernd Reintgen

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Über Bernd Reintgen

Er ist der Kopf des Privat-Institut für Finanzen Rl GmbH. Seine Leidenschaft gilt seit 35 Jahren dem Thema „Investments“. Er ist ein gefragter Referent und Finanzcoach und Co-Autor des Nr.1 Bestsellers „Wohlstand ohne Stress“. Seine wichtigste Botschaft: Geld, gewinnbringend, ausgewogen und stressfrei Geld anzulegen und für sich arbeiten zu lassen, ist “kinderleicht”, wenn man die wichtigste Regeln kennt.