Die Asset Allocation:
Portfoliomentalität anstatt Produkthype

Viele Anlegerinnen und Anleger träumen von der perfekten Geldanlage. Insgeheim glauben sie: Zum richtigen Zeitpunkt in die eine entscheidende Aktie investiert oder den absoluten Geheimtipp unter den Investmentfonds gefunden und der finanzielle Durchbruch ist geschafft. Also investieren sie viel Zeit in die Suche nach dem einen Produkt.

Dieser Produkthype – ich spreche gerne von Produktmentalität – kann sehr gefährlich sein.

Produkthype – garantiert ein Holzweg

Menschen mit einer Produktmentalität haben einen engen Blick: Sie konzentrieren sich ganz auf den einen Weg, den heißen Tipp, das beste Produkt auf dem Markt. Haben sie eine vermeintliche Goldgrube aufgetan, setzen sie alles in diese Anlage. Möglicherweise stecken sie ihr gesamtes Kapital in eine Aktie und sind sich sicher, dass sie durch die Decke gehen wird.

Leider unterliegen diesem Produkthype besonders Menschen mit wenig Kapital. Sie möchten schnell reich werden, setzen deswegen auf Produkte mit hohen Renditechancen und ignorieren dabei völlig, welch extrem hohen Risiko sie sich aussetzen.

Nicht selten erleiden Menschen mit einer ausgeprägten Produktmentalität einen Totalverlust.

Niemals alles auf eine Karte setzen

Wie gut ein Tipp aus sein mag: Kein Experte dieser Welt kann die Zukunft zu 100 Prozent voraussagen. Jedes Unternehmen kann pleite gehen und Wirtschaftskrisen können weitaus schneller und stärker über uns hereinbrechen, als Experten es oft vorab vermuten.

Alles auf eine Karte zu setzen, ist niemals zu empfehlen. Viel entscheidender als die eine Anlage ist die richtige Mischung: Wer gute Renditen erzielen und dabei ein möglichst geringes Risiko eingehen will, investiert sein Geld am besten in verschiedene Geldanlagen. Diese Diversifikation wird auch Asset Allocation genannt und reduziert das Risiko von Verlusten.

Produktmentalität – der Weg der Erfolgreichen

Mit Asset Allocation (auch Vermögensallokation oder Vermögensverteilung) ist die Verteilung von Kapital auf verschiedene Vermögenswerte (assets) gemeint. Das heißt: Sie investieren Ihr Geld nicht nur in eine Aktie, sondern in verschiedene Aktien, aber auch in Fonds, Immobilien, Rentenwerte und Rohstoffe.

Menschen mit einer Portfoliomentalität sind langfristig wesentlich erfolgreicher. Das belegen Studien immer wieder. Nach einer Studie von Roger G. Ibbotson und Paul D. Kaplan (Roger G. Ibbotson, Paul D. Kaplan (2000): „Does Asset Allocation Policy Exlpain 40, 90 or 100 Percent of Performance?”) sind finanziellen Erfolge sogar zu über 90 Prozent von der Asset Allocation abhängig.

Was steckt dahinter?

Die Idee hinter der Asset Allocation ist, dass sich die unterschiedlichen Geldanlagen in einem Finanzportfolio ausgleichen. Experten sprechen von negativer Korrelation und gehen davon aus, dass in dem Moment, in dem die Kurse einer Anlageklasse steigen, die Kurse einer anderen Anlageklasse fallen. Oft fallen zum Beispiel in Krisenzeiten die Aktienkurse stark ab, während die Goldkurse stark ansteigen.

Wer in eine gute Kombination aus Anlageklassen und Anlagen setzt, reduziert also sein Risiko Geld zu verlieren und erzielt dennoch gute Renditen.

Experten können Sie bei dieser Auswahl unterstützen.

Wie sieht die optimale Asset Allocation aus?

Als Anleger mit einer Portfoliomentalität überlegen Sie sich also vorab, mit wieviel Prozent Sie in welche Geldanlagen investieren möchten. Beispielsweise könnten Sie sich entscheiden 20 Prozent Ihres Geldes in Aktien, 20 Prozent in Immobilien und 40 Prozent in unterschiedlichen Fonds zu investieren sowie 20 Prozent als in Gold und Barvermögen (Tagesgeld) zu halten.

Eine pauschale Empfehlung für die optimale Asset Allocation kann Ihnen leider niemand geben. Denn Ihre Vermögensverteilung sollte eine individuelle Entscheidung sein, da sie von sehr persönlichen Kriterien abhängt wie:

  • Ihrer Lebenssituation (wie viel Kapital ist bereits vorhanden?),
  • Ihren Bedürfnissen (Sind Sie Single? Haben Sie Kinder?),
  • Ihren Zielen (Wieviel Vermögen möchten Sie in welchem Zeitraum aufbauen?),
  • Ihrem Typ (Sind Sie eher risikoscheu oder gehen Sie lieber aufs Ganze?).

Fazit

Vergessen Sie die eine Anlage! Setzen Sie besser auf ein ausgewogenes Portfolio. Wenn Ihnen das zu wenig Nervenkitzel verspricht, erhöhen Sie lieber den Anteil an Aktien oder Aktienfonds in Ihrem Portfolio. Ist doch auch viel spannender in ganz unterschiedliche Geldanlagen zu investieren und zu beobachten, wie sich diese entwickeln und zueinanderstehen.

Für weitere Rückfragen steht Ihnen mein Team gerne unter Phone +49 (0) 2202-96696-0 zur Verfügung.

Herzlichst
Bernd Reintgen

PS:
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Über Bernd Reintgen

Er ist der Kopf des Privat-Institut für Finanzen Rl GmbH. Seine Leidenschaft gilt seit 35 Jahren dem Thema „Investments“. Er ist ein gefragter Referent und Finanzcoach und Co-Autor des Nr.1 Bestsellers „Wohlstand ohne Stress“. Seine wichtigste Botschaft: Geld, gewinnbringend, ausgewogen und stressfrei Geld anzulegen und für sich arbeiten zu lassen, ist “kinderleicht”, wenn man die wichtigste Regeln kennt.